Wildwasser-Rennsport

Wildwasser-Rennsport - Was ist das eigentlich?

Zunächst einmal die kurze Antwort:

Es gilt bei dieser Disziplin in einem Wildwasserrennboot eine Strecke auf einem Wildfluss, die zwischen 5 und 8 km lang sein kann, in möglichst kurzer Zeit zurückzulegen. Der Fahrer muß sich selbst die schnellste Fahrtroute suchen, es erfolgt - im Gegensatz zum Kanuslalom - keine Streckenvorgabe durch Tore. Sieger der jeweiligen Altersgruppe und Bootskategorie ist der Sportler bzw. die Sportlerin mit der schnellsten Zeit.

 

Und jetzt die etwas längere Antwort:

Wildwasserrennen werden auf Wildflüssen ab Stufe drei der sechstelligen Wildwasserskala ausgetragen. Die Regatten finden daher üblicherweise im alpinen Raum statt. Aber keine Angst, Frühjahrs- und Herbstregatten sowie Nachwuchswettkämpfe werden auf leichteren Flüssen ausgerichtet. Dann werden die Regatten als Abfahrtsrennen bezeichnet. Die Sportler gehen in verschiedenen Altersgruppen an den Start. Unsere Jüngsten sind die Fahrer der Schüler B mit 10 - 12 Jahren. Dies setzt sich über Schüler A (13/14 Jahre), Jugend (15/16 Jahre), Junioren (17/18 Jahre) und Leistungsklassen (19 - 32 Jahre) bis zu den Seniorenklassen (ab 32 Jahre) fort. Bisher haben wir nur von "Fahrern" gesprochen. Wildwasserrennsport ist jedoch keine reine Männersache. Alle Disziplinen werden auch von Damen ausgeübt. Neben den unterschiedlichen Altersgruppen gehen wir auch in verschiedenen Bootsdisziplinen an den Start. Wir unterscheiden den Kajak, der sitzend mit Doppelpaddel gefahren wird und den Canadierdisziplinen, welche mit Stechpaddel und knieend vorwärts bewegt werden. Nebenbei gesagt hat der Kanu-Club Altrip eine gewisse "Canadiertradition". Ende der achtziger Jahre stellte der Kanu-Club Altrip allein drei Nationalfahrer dieser Disziplin.

 

Wildwasserrennsport bei einem Kanu-Verein der am Rhein beheimatet ist? Gerade dann! Der Rhein stellt als Fließgewässer ein ideales Trainingsgebiet dar, zumal er auch im Winter als Trainingsfluss nutzbar ist. Denn für einen guten Wildwasserrennsportler steht das ganze Jahr Wassertraining auf dem Trainingsplan. In der wettkampffreien Zeit zwischen Oktober und März wird das Training noch um Lauf- und Krafttraining und Stretching erweitert. Da die Wettkampfzeit zwischen 15 und 25 Minuten liegt, sind wir eine Ausdauerdisziplin. Die notwendige Wildwassererfahrung wird auf Lehrgängen und bei dem Besuch von Wettkämpfen vermittelt. Denn vor jedem Wettkampf sind einige Trainingsfahrten auf der jeweiligen Rennstrecke notwendig, um die schnellste Fahrtroute zu erkunden. Neben der notwendigen Kraft, Ausdauer, Paddel- und Bootstechnik und dem Mut muss somit auch das "Auge für das Wasser" trainiert werden.

 

Die Wettkampfzeit beginnt bereits im März mit den ersten Nachwuchsregatten im Taunus und der Rhön. Im April findet man uns in der Nähe von Pforzheim auf der Enz und danach in der Eifel. Im Mai bis Juli werden im Allgemeinen die Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften, die Qualifikationsrennen für die internationalen Veranstaltungen und die Ranglistenwettkämpfe meist auf alpinen Gewässern ausgetragen. Der August ist ohne Wettkämpfe. Hier bietet sich für Kanuschüler, welche im Frühjahr in der Kanuschule ihre ersten Paddelkenntnisse im Tourenboot erworben haben, die Möglichkeit, es einmal im Rennboot zu versuchen. Im September und Oktober besuchen wir noch einige leichtere Regatten, auf welchen die Neulinge ihre ersten Lorbeeren erringen können. Über das Jahr nehmen wir meist an 10 bis 15 Veranstaltungen teil.